Eine landschaftlich reizvolle Hochalpenstraße, ein riesiger Damm mit smaragdgrünem Wasser und eine der ältesten Berghütten der Ostalpen. Das erwartet euch, wenn ihr euch tief ins Zillertal in Österreich wagt. Die Olperer Hütte nach einem Aufstieg von 600 Metern zu erreichen, ist eines der lohnenswertesten Wandererlebnisse.

Der Weg dahin

Es beginnt mit einer Panoramaroute von Mayrhofen zum Schlegeis-Stausee, einem großen Wasserreservoir zur Stromerzeugung mit Wasserkraft. Die gewundene Alpenstraße, von Weiden und Gebirgsbächen flankiert, weckt viele Erwartungen an das, was dahinter liegt.

Die Neugier eskaliert, sobald die massive Mauer erscheint. Es ist so groß, dass es auch ein bisschen einschüchternd wirkt. Aber dann biegt ihr die letzte Kurve ein und ihr werdet von weiten Gletscherblicken und Berggipfeln begrüßt, soweit das Auge reicht. Das Auto werdet ihr bald an einem Parkplatz abstellen, um die 2 stündige Wanderung zur Olperer Hütte zu beginnen. 

Steil nach oben

Es ist kein Spaziergang im Park. Ihr startet auf einer Höhe von 1.782 Metern über dem Meeresspiegel und geht auf 2.389 Meter hoch. Das ist ein Unterschied von 600 Metern über eine kurze Distanz, was bedeutet, dass ihr fast immer klettert. Es ist eine Mittelschwere Strecke (Wegekategorie rot!). Demjenigen die noch nie davor gewandert sind und nicht sportlich aktiv sind, würde ich empfehlen viel mehr Zeit einzuplanen. 

Der erste Teil schlängelt sich durch eine dichtere Vegetation, wo der Weg, obwohl steil, immer noch ziemlich gleichmäßig ist. Bald wird es steiniger und einige von euch werden anhalten müssen, um zu Atem zu kommen. Meine liebste Freundin kann ein Lied davon singen 🙂

Nachdem ihr über einige Felsen geklettert seid, bekommt ihr endlich die Hütte zur Gesicht, wenn ihr den Horizont absucht. Klein und weit rechts oben ist die Olperer Hütte eindeutig erkennbar. Seltsam, wie viel leichter eure Schritte danach sind!

Die Olperer Hütte bleibt für eine Ewigkeit ein Fleck in der Ferne. Dann erreicht ihr ein Plateau und den schönsten Teil des Weges, finde ich zumindest. Nehmt euch ein bisschen Zeit, um die wunderschöne Landschaft zu genießen, bevor ihr weiter geht. Der Anblick von mehreren Gebirgsbächen, die das Plateau überqueren, machen die Mühe und Anstrengung an diesen Punkt zu gelangen, mehr als lohnenswert. (Stimmt`s Rahima? 🙂 )

Die Hütte

Wanderer und Bergsteiger sind seit 1881 auf dem Weg zum gleichnamigen Gipfel. Damit ist sie eine der ältesten Berghütten in den Ostalpen. Von der ursprünglichen Hütte mit Heumatratzen und Holzofen zum Heizen und Kochen ist jedoch wenig geblieben. An der Stelle steht eine moderne Berghütte mit komfortablen Zimmern und einem hervorragenden Restaurant. 

Die 2006/07 völlig neu errichtete Olpererhütte (2.389 m) liegt spektakulär oberhalb des Schlegeisspeichers und gibt einen fabelhaften Blick auf den Stausee und die höchsten Gipfel des Tiroler Zillertals frei, darunter den Hochfeiler (mit 3.510 m der höchste in den Zillertaler Alpen).  Der dritthöchste, der Olperer (3.476 m), ist auch der Namensgeber der Hütte.

Gäste sitzen am liebsten auf der großen Aussichtsterrasse, die rund 100 Personen fasst – darunter viele Bergsteiger, Hochtourengeher und Kletterer, die in nur 30 min Entfernung einen eigenen Klettergarten mit Routen unterschiedlicher Grade vorfinden. 

Der Weg nach unten

Wir dachten, der Weg nach unten viel schneller wäre als der Weg nach oben. Das war die Hoffnung… 🙂 Wir haben sogar mehr Zeit benötigt, um runter zu kommen. Man muss viel mehr aufpassen, wo man tritt, besonders über die felsigen Teile.

Kurzinformation

  •  Weg/Gelände

Weg mit durchgehendem Trassee. Gelände teilweise steil, Absturzgefahr nicht ausgeschlossen.

  • Anforderungen

Etwas Trittsicherheit. Trekkingschuhe sind empfehlenswert. Elementares Orientierungsvermögen.

  • Olperer Hütte

Die Olperer Hütte ist nur zu Fuß oder mit dem Hubschrauber erreichbar. Während die meisten Lieferungen mit dem Hubschrauber (100 Flüge und 75.000 kg pro Saison) geliefert werden, werden Flüge manchmal durch schlechtes Wetter unmöglich gemacht. 

Die Hütte ist in der Regel von Anfang Juni bis Anfang Oktober geöffnet. Es bietet Platz für 60 Personen in fünf 4-Bett- und fünf 8-Bett-Zimmern. Im Winter bietet eine einfache Winterhütte (keine Verpflegung und nur eine wasserlose Toilette) Platz für 12 Personen. Die Preise variieren je nach Alter und nach der Mitgliedschaft des Deutschen Alpenvereins. Schaut euch die aktuellen Öffnungszeiten und Preise auf der Website an. 

Von der Olpererhütte ist der Gipfel des Olperers (der dritthöchste Gipfel in den Zillertaler Alpen auf 3.476 m) in ca. 4 Stunden zu erreichen. Weitere Gipfel von der Olperer Hütte sind der Riepenkopf (2.905 m) und der Hohe Riffler (3.231 m).

  • Schlegeis-Stausee

Im Schlegeis-Stausee werden 126,5 Millionen Kubikmeter Wasser für die Stromerzeugung aus Wasserkraft genutzt. Die Staumauer ist 725 m lang, 131 m hoch und 34 m breit.

Ihr könnt eine geführte Tour innerhalb der Staumauer machen oder entlang der Spitze wandern.

Ein neuer Klettersteig mit 1.260 Bohrlöchern, Griffen und Sicherheitsseilen ist die neueste Attraktion für Kletterer. Genannt Schlegeis 131 geht es den ganzen Weg von der Unterseite zur Spitze der Verdammungswand. Der Damm und die umliegenden Berge sind Teil des Naturparks Hochalpen – Zillertaler Alpen.

  • Anfahrt mit dem Auto  

Von Mayrhofen in Richtung Ginzling fahren. Geradeaus durch Ginzling bis zur Mautstelle Breitlahner. Eine Mautgebühr von 12 € pro Auto wird erhoben, um die letzten 13,3 km zum Stausee zu fahren. Die Straße ist von Mitte Mai bis Ende Oktober täglich von 07:00 bis 18:00 Uhr geöffnet.

  • Parkplatz

Großer kostenloser Parkplatz direkt am Schlegeisspeicher.

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